Mitternachtsböse 12
„Ah!“ Gleichzeitig, in diesem elektrisierenden Moment, sah Jiang Yiluo tatsächlich, wie die vier Meter hohe Statue des Vajra-Generals auf dem Boden der Tempelhalle plötzlich mit weißen Lichtstrahlen in den Augen wieder zum Leben erwachte und ihn wild anstarrte. Ein ‚Khan!‘ ertönte, die zerfallene Steinstatue spannte ihren Bogen und richtete ihn auf Jiang Yiluo vor der Tür. Bevor er reagieren konnte, ertönte ein ‚Ssschu!‘, und die riesige Steinpfeil-Spitze von fast drei Metern Länge schoss wie ein Meteor auf ihn zu. Jiang Yiluo, ohne Ausweichmöglichkeit, schrie auf und fiel mit geschlossenen Augen auf den Boden vor dem Tempel. Er dachte, er sei dem Tod geweiht.\ Als er jedoch am Boden aufprallte, spürte er nicht den schrecklichen Schmerz eines durchbohrten Körpers. ‚Hey, Luozi, steh auf!‘ Ein vertrauter Ruf erklang neben ihm, gefolgt von einem heftigen Tritt in den Rücken – es war die Stimme von Onkel Lin.\ Hastig öffnete er seine erschrockenen Augen und sah nach hinten. Erst jetzt bemerkte er, dass Li Lin mit einer Pistole in der Hand plötzlich hinter ihm stand, das Gesicht voller Angst.\ ‚Gerade eben… gerade eben…‘ Jiang Yiluo drehte sich hektisch zurück in den Tempel. Doch die Statue des göttlichen Generals, die gerade noch den riesigen Pfeil gespannt hatte, war nun wieder normal und leblos; keinerlei Lebenszeichen, und der riesige Pfeil hing nur im Bogen, nicht abgeschossen.\ ‚War das gerade eine Halluzination?‘ dachte Jiang Yiluo, während Li Lin ihm langsam beim Aufstehen half. ‚Was ist mit dir los? Warum bist du so panisch?‘ fragte Li Lin.\ ‚Nichts, hast du… hast du… den Typ gerade eben… erwischt…‘\ ‚Nein, dieser alte Mann ist sofort verschwunden, sobald er hier reingesprungen ist! Dieser Ort ist zu unheimlich!‘ Li Lin sprach und zeigte ein zutiefst erschrockenes Gesicht.\ ‚Ich habe dir doch schon gesagt, dass du nicht hinterherlaufen sollst!‘Jiang Yiluo drehte sich beim Sprechen immer wieder zu Li Lin um. Aus irgendeinem Grund, sobald ihre Augen sich begegneten, wurde ihm plötzlich schwindelig und schwindelnd. Das Gesicht von Onkel Lin wurde im nächsten Moment verschwommen und blass. Die Luft um sie herum wurde eisig, eine düstere Stimmung breitete sich aus, und ein unerklärlicher Angstschauer erfasste seinen ganzen Körper. Ein furchtbarer Gedanke stieg plötzlich in ihm auf: Könnte Onkel Lin etwa...\ Leider war es zu spät, als er darüber nachdachte. "Hahaha!" Li Lin, der neben ihm stand, ließ plötzlich ein unheimliches, hallendes Frauenlachen ertönen. Ehe er verstand, was geschah, ertönte plötzlich ein lauter Knall, und Li Lin wurde plötzlich unglaublich stark. Mit einer einzigen Handbewegung schleuderte er Jiang Yiluo hoch in die Luft. Mit einem dumpfen „Dong“ flog Jiang Yiluo mehrere Meter weit durch die Luft und landete schließlich auf einem Feld außerhalb des Tempels.\ "Hahaha, Junge! Weißt du, wer ich bin? Hahaha!" Li Lin lachte ein groteskes, babyartiges Lachen, das Jiang Yiluo in den Ohren dröhnte und seinen ganzen Körper schwach machte. Gleichzeitig blitzten zwei grüne Lichter aus seinen Augen, die wie Leuchtturmsäulen bedrohlich auf Jiang Yiluo gerichtet waren, durch die Luft und fielen wie Bühnenlichter auf ihn.\ "Nein!" Jiang Yiluo, dessen Mund beim Aufprall blutete und der Schweiß überströmte, hob voller panischer Angst seinen Kopf und sah zurück. Himmel! Li Lin sah aus wie von einem Dämon besessen und starrte ihn böse an. Seine Füße bewegten sich nicht, doch er glitt langsam auf ihm zu – extrem furchteinflößend.\ "Wer bist du... Was bist du? Wo ist Onkel Lin?" Fragte Jiang Yiluo, während er verzweifelt die Waffe hob und auf Li Lin zielte, der nur etwa acht Meter von ihm entfernt war. Instinktiv spürte er, dass dies nicht Li Lin war, sondern ein schreckliches übernatürliches Monster. Gleichzeitig schoß Jiang Yiluo instinktiv dreimal hintereinander auf ihn ab.\ Doch zu seinem Erstaunen schien Li Lin nach den Schüssen unverletzt zu sein und starrte ihn unheimlich an.
