„Horrorlager“ Kapitel Eins
Wir haben ein bisschen Zeit durch das Zögern verloren.\ Ahmed holte den Pizzakarton von unter dem Sitz, was mich erst daran erinnerte, dass wir auch zu Pizza Hut und zur Fußmassage gegangen waren. Wahrscheinlich haben wir im Massagesalon zu viel Zeit verbracht, deshalb sind wir noch nicht am Ziel angekommen.\ „Okay, wir rufen dich an, wenn wir da sind,“ sagte Jianzi.\ „Nicht nötig, ich will schlafen. Ruft mich morgen früh wieder an,“ erledigte der Boss noch eine Reihe von Anweisungen, bevor er auflegte.\ Unser Auto war inzwischen fast auf der Bergspitze, aber wir sahen unterwegs immer noch keine Abzweigung zum Campingplatz.\ Ahmed seufzte und streckte sich: „Könnten wir wirklich falsch gefahren sein? Schaut euch diese Gegend an, je weiter wir fahren, desto trostloser wird es.“\ Als er das sagte, sank die Stimmung aller plötzlich. Ich schaute aus dem Fenster: dichte Baumgruppen, Froschkonzerte und Insektengesang, ab und zu hörte man das Rufen eines Nachteulenvögels. Es war wirklich abgelegen und einsam.\ „Ich habe doch gesagt, dass es ein verlassener Campingplatz ist, natürlich irgendwo tief in den Bergen,“ verteidigte sich Jianzi, denn er fuhr. Wenn wir falsch gefahren wären, lag es an ihm.\ Gerade als unser Vertrauen wankte, tauchte plötzlich ein schmaler Pfad vor uns auf. Der Pfad war von üppigem Unkraut überwuchert, die herunterhängenden Äste beiderseits versperrten den Durchgang. Hätten wir nicht genau hingeschaut, hätten wir diese Abzweigung leicht übersehen.\ „Ist es hier?“ Ahmed beugte sich nach vorne, die Augen weit geöffnet und fragte uns.\ „Sollte passen,“ hielt Jianzi das Auto vor dem Pfad an, schaltete das Innenlicht an und überprüfte mehrmals die Karte.\ „Kommen wir da überhaupt durch?“ Ich sah mir die Oberfläche des Pfads an. Es war keine glatte Asphaltstraße, sondern eine holprige Schotterpiste. Hinzu kamen die wild wachsenden Äste an beiden Seiten, die den ohnehin schmalen Pfad noch enger machten. Ich zweifelte, ob das Auto hindurchkommen würde.\ „Sollen wir etwa aussteigen und zu Fuß weitergehen?“ stöhnte Xiao Hei.\ „Wir können da durchfahren,“ sagte Jianzi, nachdem er den Pfad eine Weile eingeschätzt hatte. Er klappte die Karte weg und fuhr langsam mit dem Auto auf den Schotterpfad, tastend weiter hinein.\ Wir vier wurden unheimlich nervös, denn wenn das Auto nicht durchkäme, müssten wir aussteigen und zu Fuß weitergehen.\Das unebene Gelände verursachte sofort seltsame Geräusche, ein Krrrr-Klang ertönte vom Unterboden, man konnte sofort erkennen, dass Kieselsteine in die Reifen geraten waren. Zum Glück war dieses Auto nicht meins, sonst hätte ich sicher unendlich Mitleid gefühlt.\„Großartig! Wir können reinfahren.“ Erst als das ganze Auto den kleinen Pfad erreicht hatte, klopfte Jian voller Freude auf das Lenkrad und rief.\Als ich Jians Jubel hörte, freute ich mich ebenfalls, denn ein Auto ist immer besser als wir zu Fuß zu sein; solange man nicht aussteigen muss, ist alles verhandelbar.\Jians Auto fuhr immer reibungsloser; je schneller wir fuhren, desto heftiger spürten wir das Holpern unter uns.\Nach ungefähr fünf Minuten Fahrt trat Jian plötzlich auf die Bremse und hielt das Auto auf einer freien Fläche an, das Licht des Autos beleuchtete eine Reihe rostiger, dunkler Eisenstäbe eines Zauns.\„Sind wir da?“ fragte ich Jian und blinzelte gleichzeitig in Richtung vorne.
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