Unsichtbare Flügel\ Als sie geboren wurde, hatte sie keine Arme. Als sie alt genug war, fragte sie ihre Eltern: „Warum haben andere Kinder Arme und Hände, um Kekse zu halten und mit Spielzeug zu spielen, aber ich habe keine?“\ Ihre Mutter lächelte gezwungen und sagte zu ihr: „Weil du ein Engel bist, den Gott auf die Erde geschickt hat, aber du hast deine Flügel im Himmel vergessen.“ Sie war sehr froh: „Eines Tages werde ich meine Flügel zurückholen, dann kann ich nicht nur Kekse und Spielzeug halten, sondern auch fliegen.“\ Bevor sie mit sieben Jahren zur Schule ging, ließ die Mutter einen Arzt ihr ein Paar zierliche Prothesen anfertigen. An diesem Tag sagte die Mutter zu ihr: „Mein kleiner Engel, deine Flügel sind wirklich perfekt.“ Doch sie fühlte, dass diese kalten Dinger nicht ihre eigenen Flügel waren. In der Schule wurde sie, da sie keine Arme hatte, von ihren Mitschülern verspottet. Die Prothesen konnten nicht nur ihr Minderwertigkeitsgefühl nicht ausgleichen, sondern ließen sie ihre Behinderung noch stärker spüren. Mit zunehmendem Alter wurde ihr zunehmendes Bewusstsein von der Schrecklichkeit ihrer Behinderung immer größer: Gesicht waschen, Haare kämmen, essen, sich anziehen ... Sie fühlte sich wie eine Marionette an Fäden, die sie für jede Handlung auf ihre Eltern angewiesen machte.\ In der Freizeit war das größte Vergnügen ihrer Mitschüler, auf der Schaukel zu schwingen, während sie nur aus der Ferne zuschauen konnte, wie die Kinder in der Luft flogen und lachten. Erst nachdem sie gegangen waren, setzte sie sich heimlich auf die Schaukel und schwang voller Freude. In diesem Moment schloss sie die Augen, hörte den Wind an ihren Ohren vorbeirauschen und stellte sich vor, dass sie ihre verlorenen Arme wiedergefunden hatte und wie ein Engel über dem Spielplatz flog.\ Im Sommer, als sie 14 Jahre alt war, nahmen ihre Eltern sie mit auf eine Schiffsreise nach Hawaii.\ Jeden Tag stand sie auf dem Deck, ließ die beiden leeren Ärmel im Wind flattern. Jedes Mal, wenn sie die Möwen sah, die frei über die Wellen flogen, seufzte sie unwillkürlich: „Wenn ich nur ein Paar Flügel hätte, selbst wenn ich nur eine Sekunde fliegen könnte.“\ „Kind, du hast tatsächlich auch ein Paar Flügel!“ Eine alte Stimme ertönte neben ihr. Sie drehte sich um und sah einen dunkelhäutigen alten Mann. Sie war überrascht, denn dieser Mann hatte keine Beine und sein Körper ruhte auf einer Holzplatte mit Rollen. In diesem Moment steuerte der Mann das Holzbrett mit beiden Händen geschickt und bewegte sich frei auf dem Deck. Sie war sprachlos. Sie erfuhr, dass der Mann vor zehn Jahren vom afrikanischen Kontinent aufgebrochen war und inzwischen mehr als 70 Länder auf fünf Kontinenten bereist hatte. Was ihn antrieb, die Welt zu erkunden, war seine ein Paar Hände."Kind, denk daran, diese Flügel sind in deinem Herzen verborgen." Am Tag, an dem das Boot anlegte, ließen die Abschiedsworte des alten Mannes ihr Herz plötzlich schweben. Sie begann, Dinge mit ihren Füßen zu üben. Sie übte Schreiben, kämmte ihre Haare und schälte Kaugummi mit einem Stift aus dem Fuß. Um ihre Füße flexibel und stark zu halten, trainierte sie jeden Tag durch Spaziergänge und Schwimmen. Überanstrengung ließ oft ihre Zehen taub und krampften. Einmal war sie im Becken so erschöpft, dass beide Knöchel gleichzeitig zuckten. (Inspirierende Geschichte m.lz13.cn) Sie kämpfte verzweifelt im Wasser und trank einen Bauch voll Wasser, aber zum Glück bemerkte ihr Trainer sie rechtzeitig und holte sie vom Rand des Todes zurück. Ihre unermüdlichen Bemühungen machten ihre Füße immer wendiger; ihre Zehen begannen sich frei wie Finger zu biegen. Sie lernte nicht nur Computer und Klavier, sondern erhielt auch den Titel "zweiter Schwarzgurt" im Taekwondo. Stärke und Selbstvertrauen halfen ihr, sich zu verbessern, und dank ihrer hervorragenden Noten erwarb sie einen Bachelor-Abschluss in Psychologie an der University of Arizona. Doch ihre Bemühungen hörten nicht auf. Sie begann, auf beiden Füßen zu fahren, und tatsächlich erwarb sie ihren Führerschein schneller als die meisten anderen.
Auf ihrem Weg reichten ihre Erfolge aus, um sie und ihre Eltern stolz zu machen. Doch der Kindheitstraum vom Fliegen verfolgte sie immer; sie wollte frei wie ein Engel fliegen.
Die Gelegenheit, behinderte Piloten auszubilden, machte sie überglücklich. Sie glaubte, dies sei ihre eigene Chance. Um eine Leichtflugzeuglizenz zu erhalten, braucht sie sechs Monate Studium, aber sie brauchte volle drei Jahre. Sie hat bei drei Fluglehrern gelernt und verschiedene Wetterbedingungen herausgefordert, wobei sie 89 Stunden geflogen ist. Nach intensiver Ausbildung wurde sie darin, das Bedienfeld mit einem Fuß und den Steuerknüppel mit dem anderen zu bedienen. Das erstaunte den Fluglehrer.
Jessica, ein Mädchen mit Behinderung und Entschlossenheit, das leichte Sportflugzeuge geschickt auf beiden Füßen fliegen kann und erfolgreich die Privatpilotenlizenzprüfung bestand, ist 23 Jahre alt und die erste legale Pilotin in der amerikanischen Geschichte, die ein Flugzeug mit nur zwei Fuß flog.
\ Körperliche Unvollkommenheiten und raue Umgebungen sind nicht die entscheidenden Faktoren, die über das Leben oder Scheitern eines Menschen entscheiden. Denn keine greifbare Kraft kann die Seele einsperren oder Träume binden. Die Seele und die Träume sind die unsichtbaren Flügel, mit denen jeder geboren wird; nur diejenigen, die es wagen, sie zu entfalten, werden aufsteigen, alles überwinden und das Ufer des Glücks erreichen.