
Um ehrlich zu sein, haben erfahrene Spieler, die seit der Symbian-Ära Mobiltelefone nutzen, wirklich tiefe Gefühle für das simulierte Fahrgenre. Ich habe damals Gamelofts „18-Wheeler“ auf dem Nokia N95 gespielt und hatte jedes Mal, wenn ich an einer Tankstelle vorbeikam, großen Spaß. Obwohl der Bildschirm damals nur 2,4 Zoll groß war und ich die Pixel deutlich zählen konnte, machte das Gefühl, einen schweren LKW über eine lange Strecke zu fahren, wirklich süchtig. Später habe ich „Euro Truck Simulator 2“ am Computer gespielt und mit dem Lenkrad lange Strecken zurückgelegt. Die Fahrt dauerte zwei bis drei Stunden. Wenn ich darüber nachdenke, ist das schon zehn Jahre her.
Je älter und beschäftigter ich werde, desto weniger Zeit habe ich, vor dem Computer zu sitzen und mich mit dem Lenkrad zu beschäftigen. Stattdessen bin ich eher bereit, mein Handy herauszuholen und in der U-Bahn oder in der Mittagspause herumzurennen. Ich habe kürzlich das Spiel „City Travel“ entdeckt. Ich hatte zunächst nicht viel Hoffnung, da es in inländischen LKW-Simulations-Handyspielen zu viele neu gestaltete Anzeigen gibt. Entweder wird die Gebühr bei der Eingabe automatisch abgezogen oder es werden drei Videoanzeigen in fünf Minuten abgespielt. Die Erfahrung ist zu schlecht. Aber dieses Mal kann es kostenlos heruntergeladen werden und erfordert keine In-App-Käufe, was mir, einem alten Spieler, eine hohe Punktzahl bescherte.
Lassen Sie uns zunächst über seine Vorteile sprechen. Was mich am meisten beeindruckte, war die Auswahl der Szenen – der Berg Emei, Jiayuguan, der Potala-Palast, das Qinghai-Tibet-Plateau und die Halbmondquelle, allesamt echte Wahrzeichen Chinas. Für einheimische Spieler ist das Gefühl des Eintauchens direkt befriedigend. Schaut man sich die aktuellen Mainstream-Simulationsspiele für mobile Lkw an, handelt es sich entweder um europäische und amerikanische Landstraßen oder um fiktive Städte. Egal wie schön sie sind, es fehlt ihnen das Zugehörigkeitsgefühl. Wenn ich mit meinem Truck am Fuße des Potala-Palastes herumfahre oder um die Mondsichelquelle herumlaufe, fühle ich mich ein wenig emotional. Auch wenn ich in meinem Leben vielleicht nicht in der Lage sein werde, einen Lastwagen nach Tibet zu fahren, ist es nicht schlecht, Spaß am Spiel zu haben.
In Bezug auf die Freiheit gibt es den Spielern das Recht zu wählen: Sie können ihr Ziel frei wählen, im Gegensatz zu vielen Spielen derselben Spezifikation, die eine feste Route nehmen müssen, um Aufgaben zu erledigen. Um dies auch auf dem Mobiltelefon ermöglichen zu können, haben die Entwickler hart gearbeitet. Aber um ehrlich zu sein: Nach der eigentlichen Ausführung ist der Kartenbereich nicht groß, der Übergang zwischen den Szenen ist nicht nahtlos genug und an einigen Stellen gibt es beim Laden offensichtlich schwarze Bildschirme. Aber zum Glück ist die Entfernung zwischen den malerischen Orten nicht weit. In zwei bis drei Minuten kann man einen neuen Meilenstein erreichen, was freundlicher ist als die Spiele, bei denen man nach einer halben Stunde immer noch im Maisfeld landet.
Es ist Zeit, über Mängel zu sprechen. Sagen wir die Wahrheit, ohne zu prahlen. Die Bildqualität kann nur als gerade noch passabel bezeichnet werden. Das Fahrzeugmodell weist deutliche Kanten und Ecken auf und auch die Texturdetails sind rau. Im Vergleich zur PC-Version von „Euro Truck Simulator“ umfasst es zwei Generationen. Auch das Bediengefühl muss angepasst werden. Die Lenkempfindlichkeit ist zu hoch und man kann leicht driften, wenn man das Lenkrad leicht dreht. Da ich den Standard-Lkw fuhr, musste ich beim Abbiegen früh bremsen, sonst geriet ich direkt auf den Straßenrand. Auch die Optimierung muss verbessert werden. Mein Telefon ist ein Mittelklasse-Telefon und beim Einschalten der High-Definition-Einstellungen fallen gelegentlich Frames aus. Die Glätte ist nicht so glatt wie bei großen Herstellern.
Vergleichen Sie es horizontal mit ähnlichen Spielen. Beispielsweise verfügt die mobile Port-Version von „European Truck Simulator“ (obwohl der Spieleentwickler sie nicht offiziell veröffentlicht hat, es gibt einige Versionen von Drittanbietern) „City Travel“ nicht über deren komplexes Finanzsystem, Trailer-Docking und andere Hardcore-Inhalte. Der Schwerpunkt liegt mehr auf Sightseeing und Freizeit. Ein Vergleich mit Rennspielen wie „Hurricane Express“ ist nicht nötig. Bei diesem Spiel geht es überhaupt nicht um Geschwindigkeit, es lässt Sie nur langsam fahren und langsam zuschauen. Wenn Sie wie ich sind und einfach nur einen Lastwagen fahren möchten, um die großen Flüsse und Berge des Mutterlandes zu sehen und ein paar Minuten fragmentierter Zeit totzuschlagen, dann ist das durchaus geeignet. Noch wichtiger ist, dass es kostenlos ist, ohne erzwungene Werbung und ohne In-App-Kauffallen. In einem Null-Yuan-Spiel gilt dieser Entwickler als gewissenhaft.
Ein letzter nostalgischer Moment. Von den 2,4-Zoll-Pixelblöcken in der Saipan-Ära bis hin zu den roten Wänden und goldenen Kuppeln des Potala-Palastes, die heute auf dem Handy-Bildschirm zu sehen sind, ist der Fortschritt der Spieletechnologie wirklich beeindruckend. Auch wenn es nicht perfekt ist, ist es durchaus befriedigend, mit einem Lastwagen zum Crescent Lake fahren und das tibetische Plateau sehen zu können, während man sich eine Pause vom Stress mit der U-Bahn gönnt. Ich hoffe, dass die Entwickler die Bildqualität weiter optimieren und weitere städtische Routen hinzufügen, beispielsweise eine Fernroute von Peking nach Lhasa, die interessanter wäre. 😊
Ohne zu prahlen, empfehle ich es Freunden, die langsames simuliertes Fahren mögen und heimische Landschaften sehen möchten.