
Eigentlich wollte ich heute richtig Zeit in das neue Spiel investieren, das ich gerade runtergeladen habe, aber ich musste bis halb zehn Überstunden machen. Als ich in der U-Bahn mein Handy rausholte, war ich komplett erledigt.
Es ist genau dieses Spiel, bei dem man jeden Tag regelmäßig online sein muss, um zu ernten, und abends noch in Raids mitmachen soll – das hält man einfach nicht durch. Jetzt schon, beim Anblick von „Tägliche Aufgaben“, will mir reflexartig übel werden.
Bis ich auf einen Beitrag eines alten Kumpels stieß über „City Internetcafé Simulator“. Das Ding ist genial, es ist wie maßgeschneidert für uns Büroangestellte.
Im Spiel betreibt man ein Internetcafé: Man muss Waren einkaufen, Computer aufstellen, Köche einstellen und man kann sogar Handlanger engagieren. Klingt nach viel Arbeit, oder? Aber es gibt einen cleveren Trick – man speichert manuell ab! Der Speicherpunkt ist direkt im eigenen Bett und man kann nur abends nach 21 Uhr im Spiel speichern.
Als ich diese Einstellung zum ersten Mal sah, musste ich laut lachen, das bin doch genau ich! Nach der Arbeit nach Hause kommen, sich ins Bett legen und erst dann fühlt man sich, als könnte man speichern🤣
Das Wichtige ist, dass man erst bis 21 Uhr im Spiel durchhalten muss, um speichern zu können – das Spieltempo wird also automatisch verlangsamt, kein Stress, irgendwelchen Events hinterherzurennen. Zehn Minuten in der U-Bahn spielen, sich setzen, zurückkommen, und im Spiel ist nur eine Stunde vergangen, kein Grund zur Panik.
Außerdem kann man im Spiel Dinge selbst erkunden, zum Beispiel durch kleine Städte schlendern, sehen, in welchem Laden man günstige Second-Hand-Computer findet, oder am Steuerungsinterface ein paar versteckte Funktionen freischalten. Einfach in der wenigen Zeit zehn Minuten spielen, ein bisschen vorankommen – im Gegensatz zu anderen Spielen, die sofort eine halbe Stunde Action verlangen, sonst verliert man ganz viel.
Am meisten gefällt mir das Gefühl „ein bisschen sparen, um einen neuen Computer zu kaufen“. Tagsüber vom Chef bei der Arbeit gepusht, abends im Spiel selbst Chef sein, Stück für Stück Equipment für das Netzcafé anschaffen – man bekommt ein Gefühl der Kontrolle über sein Leben. Genau so geht es uns Arbeitern, in der Realität kann man keinen Druck erzeugen, im Spiel eine Simulation zu führen, ist richtig angenehm.
Jedenfalls ist es jetzt mein Begleiter in der Mittagspause. Kein Zwang, online zu sein, keine Stressanzeige für Energie, wenn ich will, starte ich eine Runde, habe ich keine Zeit, lasse ich es liegen, ärgere mich nicht. Das manuelle Speichern im „Bett“ gibt mir irgendwie ein Gefühl der Sicherheit – Arbeit erledigt, hinlegen, speichern, morgen geht's weiter.
Übrigens, der Entwickler ist aus Shenzhen und das Spiel kostet nichts, das muss man lobend erwähnen, auch wir Büroangestellten haben ein Leben verdient😭
Zum Schluss noch ein kleiner Tipp für unsere arbeitenden Brüder und Schwestern: Hört auf, Spiele zwanghaft zu spielen, sucht euch etwas, das man jederzeit unterbrechen kann, ohne dass es einem leidtut – das ist der richtige Weg.Diese miese Klasse ist schon anstrengend genug, im Spiel sollt ihr mir bitte nicht noch so einen 996-Simulator geben, das würde mich wirklich umbringen 🙏