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Um ehrlich zu sein, als ein erfahrener Spieler, der seit der Symbian-Ära in Handyspielen unterwegs ist, habe ich in den letzten Jahren schon zu viele sogenannte „lokale Karten- und Mahjong-Spiele“ gesehen. Entweder sie sind einfach nur umgestylt, oder sie tragen einen regionalen Namen, sind aber total schlecht umgesetzt. Als ich zum ersten Mal dieses Shencheng-Mahjong gesehen habe, war ich noch ziemlich skeptisch, schließlich gibt es zu viele Mahjong-Spiele, die sich als authentisches Shanghai-Spiel ausgeben, die meisten davon sind jedoch nicht besonders.

Aber heute habe ich etwa eine Stunde gespielt, alle Modi wie Qiaoma (敲麻), Baitao (百搭) und Laxihu (拉西胡) ausprobiert, und ich war doch etwas überrascht. Ohne zu loben oder zu kritisieren kann ich sagen, dass dieses Spiel eines der am sorgfältigsten gemachten lokalen Karten- und Mahjong-Spiele ist, die ich in den letzten Jahren gesehen habe.

Kommen wir zuerst zu dem Gameplay, das die meisten interessiert. Im Qiaoma-Modus ist das Rhythmusgefühl sehr gut umgesetzt, besonders typisch ist, dass man beim Hörfertigwerden (听牌) einen Schlag ausführt, das Geräusch, das aus der Hand kommt, ähnelt sehr dem Gefühl, das wir im Spielzimmer haben. Ehrlich gesagt, als ich zuvor ein Mahjong-Spiel eines großen Entwicklers gespielt habe, war das Qiaoma überhaupt nicht überzeugend. Selbst wenn man hörfertig war, fühlte es sich an, als wäre man es nicht – man musste nur die Fortschrittsleiste beobachten, es gab kein echtes Spannungs- oder Interaktionsgefühl.

Nun zum Laxihu-Modus. Diese Spielweise ist wirklich anspruchsvoll, da sie sich deutlich vom mainstream Mahjong unterscheidet. Ungeübte Spieler könnten zunächst den Überblick verlieren. Gerade hier bietet Shencheng-Mahjong einige Schnellzugriffs-Tipps, sodass Neulinge nicht völlig überfordert sind. Ich habe es extra ausprobiert und festgestellt, dass die Berechnung der Punktzahlen sehr gut ist – man klickt einfach auf die Handkombination und die Anzahl wird automatisch berechnet, man muss nicht lange selbst nachrechnen. Erfahrungsspieler könnten finden, dass so etwas etwas Geschmack fehlt, aber ehrlich gesagt ist diese Umsetzung auf mobilen Geräten effizienter und passt gut zum heutigen unterbrochenen Unterhaltungstempo.

Zu Grafik und Audiokommentaren möchte ich auch ein paar Worte sagen, denn vorher habe ich viele Spiele ausprobiert, die sich als „authentisches Shanghai-Feeling“ ausgeben, und sobald man rein ging, sprach jeder Hochchinesisch, was mich sofort aus der Stimmung brachte. Selten ist, dass Shencheng-Mahjong wirklich in Shanghaier Dialekt vertont ist, nicht diese absichtlich aufgesetzte Aussprache, die Tanten und Onkel klingen sehr natürlich und man fühlt sich sofort wohl. Die Benutzeroberfläche des Spiels ist ebenfalls sehr detailreich gestaltet, nicht überladen, mit dem Stil der alten Shanghaier Villen – die Mahjong-Steine sind klar und ordentlich, sehr angenehm fürs Auge.

In Bezug auf das Bezahlmodell: Das Herunterladen ist kostenlos, was bei mir ebenfalls gut ankommt.Die aktuellen Brettspiel- und Kartenspiele auf dem Markt haben ständig allerlei Zusatzgegenstände, VIP-Vorteile, besonders die Produkte großer Firmen – ohne Geld auszugeben, bekommt man nicht einmal gute Plätze. Beim Spielen von "Shencheng Mahjong" bin ich bisher auf keine nervigen Pop-up-Werbungen gestoßen, es gibt keine In-App-Käufe im Spielverlauf, es ist einfach eine reine Unterhaltungs- und Freizeit-App. Um es unverblümt zu sagen: In der heutigen Gesamtsituation eine wirklich kostenlose Brettspiel-App zu finden, fühlt sich an, als hätte man in einem Haufen von Spielautomaten plötzlich eine ordentliche Arcade-Maschine gefunden.

Wenn wir ähnliche Produkte vergleichen, fasse ich es mal kurz zusammen. "Tuyou Mahjong" und "Happy Mahjong" habe ich beide intensiv gespielt. Sie sind in Sachen Social-Features und allgemeiner Mahjong-Erfahrung tatsächlich stark, zum Beispiel Räume für Freunde eröffnen, nationale Turniere – geeignet für Spieler, die Gesellschaft mögen. Aber ehrlich gesagt, wenn es um die Feinheiten der lokalen Spielweisen geht, besonders um stark ortsspezifische Modi wie "Qiao Mahjong" und "La Xi Hu" in Shanghai, dann ist es selten, dass "Shencheng Mahjong" so detailliert arbeitet. Es versucht nicht, alle Mahjong-Fans abzuholen, sondern richtet sich sauber an die Menschen in Shanghai und diejenigen, die die Shanghai-Kultur mögen; das kleine, fein abgestimmte Gefühl sticht gerade dadurch hervor.

Natürlich gibt es auch kleine Nachteile. Zum Beispiel gibt es kein Konto-System; der Spielstand wird nur lokal auf dem Gerät gespeichert, man beginnt also praktisch von vorne, wenn man das Handy wechselt. Und ich weiß nicht, ob ich den Eingang dafür übersehen habe, aber das Spiel scheint keine Social-Funktion zu haben – man kann keine Freunde zu privaten Räumen einladen, sondern nur gegen bereits sitzende Spieler antreten, was ein bisschen Spaß beim Spielen mit Freunden vermissen lässt.

Aber insgesamt verdient "Shencheng Mahjong" wirklich eine hohe Bewertung für die Fertigkeit und Sorgfalt, mit der es gemacht ist. In der heutigen schnelllebigen Mobile-Game-Welt noch so ein reines Produkt zurückhaltend zu gestalten, ist selten.

Zum Schluss noch ein Gedanke: Früher habe ich auf Symbian die Java-Version von Single-Player-Mahjong gespielt, kleiner Bildschirm, schlechte Grafik, aber dieses schwere Glücksgefühl ist bis heute geblieben. Heutige Handyspiele werden immer ausgefeilter, aber die, bei denen man wirklich sorgenfrei spielen kann, werden immer weniger. Wenn du auch in Shanghai aufgewachsen bist, die alten Shanghai-Spielweisen magst oder neugierig auf die authentische Mahjong-Kultur Shanghais bist, dann probiere ruhig mal eine Runde "Shencheng Mahjong" – vielleicht verstehst du dann das Gefühl, das ich meine. 🤔