Kommen wir gleich zum Fazit: Für dieses Spiel gebe ich eine Bewertung von 7,8/10. Manche werden das vielleicht niedrig finden, schließlich trägt es den offiziellen Ubisoft-Stempel und basiert auf einem klassischen IP, aber ich habe immer geglaubt, dass Bewertungen nicht von sentimentalen Faktoren abhängen sollten, sondern davon, wie gut das Spiel in jeder Dimension im Vergleich zu ähnlichen Spielen abschneidet. Heute nutze ich diesen Beitrag, um darüber zu sprechen, wie ich mobile Strategiespiele bewerte, und nehme dieses Spiel als Beispiel.
In Bezug auf die Grafik gebe ich 7 Punkte. Der Kunststil dieses Spiels fängt den fantastischen Geist von „Heroes of Might and Magic“ gut ein; die Hauptstädte, die Außenkarten und die Modellierung der Einheiten haben alle eine solide Qualität, besonders die Details auf dem Schlachtbrett – alte Spieler erkennen sofort den typischen „Ysberg-Stil“. Aber ehrlich gesagt wirkt die Benutzeroberfläche etwas altmodisch, und die Informationsdichte der Einführungsanleitung ist recht hoch, weshalb die Symbole auf dem Handy manchmal zu klein erscheinen. Die Grafik ist nicht schlecht, erreicht aber nicht die atemberaubende Qualität eines Next-Gen-Mobilespiels; ihre Stärke liegt eher in der authentischen Stiltreue.
Beim Gameplay gebe ich 8,5 Punkte. Das ist mir am wichtigsten. Klassische Kartenerkundung, Ressourcengewinnung und Schatztruhensammeln, gepaart mit rundenbasierten Strategieschlachten – jede Bewegung und jede Einheitenstärke können den Kampf beeinflussen, die strategische Tiefe ist vorhanden. Der Aufbau der Hauptstadt und die Heroenentwicklung sind ebenfalls gut durchdacht, es ist nicht nur ein stupides Zahlengegeneinander. Besonders erfreulich ist, dass das Spiel den Kernelementen von „Heroes of Might and Magic“ treu bleibt, nämlich langsam auf der großen Karte zu managen und durch Kämpfe weiter zu kommen. Ein Punkt Abzug gibt es jedoch: Durch die Mobile-Version werden einzelne Missionen und Server-Events stark betont, wodurch das intensive Erlebnis der alten Singleplayer-Ära „eine Karte eine Nacht spielen“ verloren geht. Das ist ein Kompromiss des Genres, den ich nachvollziehen kann, aber trotzdem muss ich Punkte abziehen.
In Bezug auf Mikrotransaktionen bin ich etwas strenger: 6 Punkte. Das Spiel ist kostenlos mit In-App-Käufen. Ehrlich gesagt können auch normale Spieler mitmachen, aber ohne Zahlungen werden Heldenfragmente, Ressourcenerträge und Bauzeiten recht stark eingeschränkt, besonders bei späteren Server-Events, wo der Machtunterschied zwischen zahlenden und freien Spielern deutlich wird. Positiv ist, dass es keinen nervigen 10er-Gacha-Zwang gibt; häufiger geht es darum, Ressourcen, Beschleunigungen oder seltene Heldenfragmente zu kaufen, das System ist relativ transparent.In meinen Bewertungskriterien muss das Ausgeben von Geld in einem Spiel nicht unbedingt heißen, dass man „kein Geld ausgeben“ muss, sondern es geht darum, „ob man durch Geld ausgeben ein überwältigendes Vergnügen bekommt“ und „ob man ohne Geld grundlegend spielen kann“ – dieses Spiel bietet beides, aber die Balance ist nur mittelmäßig bis etwas darüber, daher gebe ich 6 Punkte, nicht allzu streng, denke ich.
Für die soziale Dimension gebe ich 8 Punkte. Das Allianzsystem ist ziemlich ausgereift; Eroberungen, koordinierte Sammelaktionen und Ressourcenspenden vermitteln ein echtes Gemeinschaftsgefühl. Das Spiel ermutigt die Spieler, Teams zu bilden, und es ist nicht nur diese Art von oberflächlicher „Gilde beitreten und täglich einchecken“-Sozialität. Bei echten Belagerungen müssen der Allianzhauptmann Befehle geben, Wege erobern und Truppenzusammenstellungen geplant werden, wofür eine Echtzeitkommunikation in der Gruppe nötig ist – ganz im Stil der klassischen PC-MMOs damals. Außerdem wirkt der Weltchat nicht tot, denn die nationalen Kriegsaktivitäten zwingen die Spieler, sich zusammenzuschließen; in dieser Hinsicht ist es vielen reinen Singleplayer-Strategietiteln weit überlegen.
Insgesamt gebe ich 7,8 Punkte, weil das Spiel das Klassische wirklich wiedergibt und sich zugleich auf mobilen Endgeräten seinen eigenen Rhythmus gefunden hat, aber die Kosten für Mikrotransaktionen und der spätere Spielaufwand sind klare Nachteile. Meine Bewertungskriterien basieren nie darauf, ob das Original getreu umgesetzt oder bekannt die Marke ist, sondern darauf, ob es in jeder Dimension seinen Zielspielern gerecht wird. Wenn du ein Fan von rundenbasierten Strategiespielen bist und mit einigem Wertsteigerungsaufwand leben kannst, ist dieses Spiel einen Versuch wert; wenn du null Geld ausgeben willst, aber trotzdem in den Ranglisten dominieren willst, rate ich dir zur Vorsicht. Zum Schluss noch eins: Bei Bewertungen hat man am meisten Angst, dass sie entweder übertrieben gelobt oder total verrissen werden – wir sollten immer nach Dimensionen urteilen, oder? 😂